„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)
Die Jahreslosung 2026 wird meist nur gekürzt wiedergegeben – vollständig gefällt sie mir noch besser:
„Und der, der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er sprach zu mir: Schreibe diese Worte auf! Denn diese Worte sind zuverlässig und wahr.“
Offenbarung 21,5.

Jedes Jahr nach dem Winter freue ich mich, wenn ich beim Spazierengehen den knallgelben Huflattich am Wegesrand entdecke. Für mich ist er ein Vorbote und Signal, dass das neue Frühjahr endlich vor der Tür steht. Auch der Bibelvers ist ein Vorbote auf etwas, das noch kommen wird. Hier wird uns am Ende der Bibel ein großes Versprechen gegeben – mit einem zuverlässigen Ausblick auf die Zukunft.
Die Frage nach der Zukunft und was sie uns bringt, bewegt jeden Menschen – umso mehr, wenn wir Sorgen und Ängste haben. In schwierigen Momenten und Lebensphasen grübeln wir darüber, wie es weitergehen soll. Bei mir war das im Jahr 2013 besonders intensiv: Soll ich nach 18 Jahren bei der Bank kündigen oder doch lieber weitermachen? Möchte Gott, dass ich mit Anfang 40 noch Theologie studiere? Kann ich das schaffen, und ist das finanziell überhaupt machbar?
Viele Menschen wenden sich mit ihren Zukunftsfragen an Kartenleger, beschäftigen sich mit Astrologie, schauen in die Kristallkugel oder lesen Horoskope, Handlinien und Kaffeesatz.
Doch damit bewegt man sich im Bereich der Esoterik und des Okkulten. Ich bin überzeugt, dass uns diese Dinge keine echte Hilfe bieten, sondern im Gegenteil: Die Bibel warnt uns an vielen Stellen davor.1 Deswegen ist schon die erste Information aus unserem Vers wichtig. Hier spricht nicht irgendjemand, kein selbsternannter Wahrsager und kein esoterisches Medium, sondern hier spricht der ewige Gott persönlich, der das Universum und uns alle erschaffen hat, und „der auf dem Thron sitzt“! Hier redet der Gott, der ewig regiert und allein alle Macht hat. Nur dieser eine wahre Gott ist allwissend – keiner außer ihm kennt die Zukunft. Es gibt so viele Stimmen und Meinungen, aber nur die Stimme Gottes ist immer zu 100% zuverlässig und wahr. Und diese Stimme hören wir, wenn wir die Bibel lesen.
→ Aber ist das nicht zu schön, um wahr zu sein, was Gott uns hier verspricht? Klingt das nicht zu fantastisch, und erleben wir nicht täglich genau das Gegenteil? In unserer Welt wird es doch zunehmend chaotischer, und es geht so vieles kaputt. Es gibt keinen stabilen Frieden – stattdessen immer wieder Unrecht, Krieg und Zerstörung. Und an allem nagt unaufhörlich der „Zahn der Zeit“ – auch an der Rahmedetalbrücke, die gerade erneuert wurde. Zerbruch und Zerstörung erleben wir auch in unserem eigenen Leben. Wenn Familien und Beziehungen zerbrechen, ist das eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Und auch unser Körper lässt im Alter immer mehr nach. Einerseits sagen die Wissenschaftler, dass sich unsere Körperzellen regelmäßig erneuern. 2 Alle sieben bis zehn Jahre sind die meisten Zellen neu. Eine geniale Sache! Aber das ist leider nur ein Teil der Wahrheit. Denn der Prozess verlangsamt sich im Alter, und wir fühlen uns dann gar nicht mehr so neu – im Gegenteil: Das Risiko für Krankheit, Leid und Tod nimmt stetig zu. Und allgegenwärtig sind diese Dinge schon das ganze Leben über – auch wenn wir nicht direkt und selbst betroffen sind.
Und weil wir das alles erleben, ist die Frage nur allzu verständlich: → Macht Gott wirklich „alles neu“? Was ist damit genau gemeint? Ich habe eben schon einen Grund genannt, warum wir das Versprechen trotzdem ernst nehmen sollten: Weil unser Schöpfer es sagt! Und der hat schon einmal etwas Neues aus dem Nichts geschaffen.3 In dieser faszinierenden Schöpfung dürfen wir jeden Tag leben. Da sind Wunder über Wunder – vom winzigen Atom bis zum riesigen Universum! →Kann das alles ein Zufall sein? Das ist äußerst unwahrscheinlich.
Außerdem denke ich an die vielen Wunder, die Jesus in der Öffentlichkeit getan hat. Das Größte und Bedeutsamste ist sicherlich seine Auferstehung – eine historisch bestens bezeugte Tatsache. Jesus hatte einen neuen Auferstehungsleib, und auch wir werden einen solchen bekommen (Lesetipp: 1.Korinther 15,34-58).
Wir haben also viele gute Gründe, seinem Versprechen zu vertrauen. Gott wird tatsächlich alles neu machen. Und „alles“ meint wirklich „alles“: An mehreren Stellen spricht die Bibel davon, dass es einen neuen Himmel und eine neue Erde geben wird – zum Beispiel vier Verse zuvor (Offenbarung 21,1; vgl. auch Jesaja 65,17). Außerdem wird das neue Leben bei Gott herrlich und perfekt sein. Davon lesen wir in Vers 4: „Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.“ (vgl. Römer 8,21; Jesaja 65,19). Neu wird auch sein, dass die Gemeinschaft mit Gott wieder unmittelbar und ungetrübt ist. In Vers 3 schreibt Johannes: „Gott wird in ihrer Mitte wohnen, und er wird immer bei ihnen sein!“
→ Sind diese Versprechen Gottes nicht wunderbare Aussichten? Was denkst du darüber und wie gehst du persönlich damit um?
Zur Jahreslosung ergibt sich noch eine weitere wichtige Frage: → Gilt das Versprechen für alle Menschen – ohne Bedingungen und ohne Ausnahme? Für die Antwort brauchen wir nur weiterzulesen – sie ist klar und deutlich und kommt von Jesus selbst: „Erben“ und „Kinder Gottes“ werden diejenigen sein, die mit ihrem „Durst“ zur „Quelle des Lebens“ gegangen sind (Verse 6+7; vgl. die Einladungen in Johannes 4,14 und 7,37). Das bedeutet, dass wir nur durch Jesus Anteil an der neuen Welt und ewiges Leben bekommen können. Das Versprechen Gottes gilt für diejenigen Menschen, die ihr Vertrauen ganz auf Jesus setzen, ihn als Retter annehmen und ihm nachfolgen. Nur Jesus kann uns unsere Schuld vergeben und die Trennung von Gott aufheben.
Umgekehrt bedeutet das allerdings auch: Wer Jesus als Retter ablehnt und ohne ihn lebt, der ist ewig verloren (Vers 84 )! Für diese Menschen gilt das Versprechen der Jahreslosung nicht, und das ist eine sehr ernste Sache. Somit ist die Einladung von Jesus sowohl herzlich als auch dringlich, und ich wünsche dir, dass du dazu „ja“ sagst und ihm nachfolgst, falls du diesen Schritt noch nicht getan haben solltest.

Dann gibt es noch eine weitere gute Nachricht für dich, denn der Apostel Paulus schreibt an die Christen in Korinth: „Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2.Korinther 5,17; vgl. Galater 6,15b). Hier ist von der Gegenwart die Rede! Wer sich für Jesus entschieden hat, ist ab sofort ein „Kind Gottes“ und gehört fest zu seiner Familie. Gott schenkt eine neue Identität und neues Leben „in Christus“. Damit beginnt die Ewigkeit schon heute im Hier und Jetzt – auch wenn wir auf die Wiederkunft von Jesus und unsere Vollendung noch warten.
So wünsche ich dir, lieber Leser, ein gesegnetes Jahr mit einer dankbaren Freude darüber, dass Jesus schon jetzt in deinem Leben ist, und gleichzeitig einen hoffnungsvollen Blick auf die Ewigkeit, die du in ungetrübter Gemeinschaft mit unserem wunderbaren Gott verbringen darfst. Er macht wirklich „alles neu“! Möge der Blick auf das Kommende auch dein Heute verändern!
Pastor Matthias Oft, im Februar 2026
Fußnoten:
1 Vgl. 2.Mose 20,3; 5.Mose 18,10f; Jesaja 8,19; Apostelgeschichte 16,18; Galater 5,19-21; Offenbarung 21,8; 22,15.
2 Die Veränderungen finden allerdings unterschiedlich schnell statt. Während die Hautzellen sich zum Beispiel
innerhalb eines Monats oder früher erneuern, bleiben Fettzellen circa acht Jahre im Körper.
3 Vgl. 1.Mose 1,3ff: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.“; vgl. Römer 1,19f; Hebräer 11,13.
4 Wenn hier vom „zweiten Tod“ die Rede ist (vgl. Offb 2,11; 20,6+14), dann ist damit nicht die Auslöschung der Existenz gemeint, sondern die endgültige ewige Verlorenheit an einem schrecklichen und realen Ort.
